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Weitere Infos zur Sanierung der Albtalstrasse

www.landkreis-waldshut.de/aktuelles/sanierung-der-albtalstrasse-l-154

Es spricht der STEIN!

Neue Schilder: Salpeterer wollen Albtal-Sperrung nicht hinnehmen

Bewegung erneuert ihre Protestschilder an der nun schon seit sieben Jahren gesperrten Straße.

Lasst Taten sprechen: Das fordern, von links, Eva Rippel, Bernhard Huber, Roland Lauber, Herbert Nägele, Stephan Marder und Karl Kaiser.

Neuer Anlauf gegen die anhaltende Sperrung der Albtalstraße: Am Dienstagabend ersetzten Vertreter der Salpetererbewegung Pro Albtalstraße die über sechs Jahre alten Protestschilder an der Tiefensteiner Brücke durch neue.

Die Sperrung    
Die Sperrung der Albtalstraße zwischen Hohenfels und Tiefenstein erfolgte nach Steinschlag und Felsabgang an Pfingsten 2015, also vor bald sieben Jahren. Mitte Dezember 2015 kam es zur ersten Protestaktion, wozu die Freien Wähler aufgerufen hatten. Die Forderung: Die Behörden sollen schnell handeln, Hindernisse aus dem Weg räumen und die erforderlichen Gelder zur Verfügung stellen. Zu schnell könne in Stuttgart der Gedanke aufkommen, dass sich die Menschen in der Region rund um das Albtal bereits mit der Situation abgefunden haben, hieß es damals.

Das kleinste Schild fasste den Unmut der Salpetererbewegung am deutlichsten zusammen: „Lasst Taten sprechen.“ Denn seit der an Pfingsten 2015 erfolgten Sperrung des historischen Straßenabschnittes entlang der Alb zwischen Hohenfels in der Gemeinde Albbruck und Tiefenstein in der Gemeinde Görwihl hat sich aus praktischer Sicht wenig ereignet.

Zwar wurden Gutachten erstellt und die Realisierbarkeit von Sicherungsmaßnahmen naturschutzfachlich und naturschutzrechtlich bewertet. Doch auch nach bald sieben Jahren Vollsperrung ist noch immer nicht klar, wie es mit der Straße weiter gehen soll.

Blick auf eines der neuen Schilder an der gesperrten Albtalstraße.

Am Dienstag erneuerten die Initiatoren der Salpetererbewegung Roland Lauber, Stephan Marder und Herbert Nägele – Ulrich Winkler war verhindert – mit Unterstützung von Bernhard Huber, Karl Kaiser und Eva Rippel ihre Forderung nach einer zügigen Lösung des Problems.

„Wir wollen eine normale, für die Umwelt verträgliche Sicherung“, brachte es Herbert Nägele auf den Punkt. Er hoffe, dass das Anbringen der neuen Schilder „der letzte Akt ist und endlich Taten folgen“, sagte er.

Kampf gegen die Bürokratie

Nägele verwies auf den an Landrat Martin Kistler diesen Februar übergebenen Forderungskatalog der Salpetererbewegung, wonach es Möglichkeiten geben würde, die Sicherung der Straße für weniger als 20 Millionen Euro – wie vom Landesverkehrsministerium errechnet – realisieren zu können.

Eines der neuen Schilder enthält die Aufschrift: „Die Albtalstraße (30 Kilometer) wurde in vier Jahren für den Verkehr gebaut. Sieben Jahre Gutachten für 2,5 Kilometer. Unfassbar.“ Sie würden damit die Bürokratie kritisieren, stellten die Vertreter der Salpetererbewegung klar. „Sogar der Ministerpräsident sagt, dass die Bürokratie überzogen ist und fordert eine Vereinfachung von Verfahren“, sagte Herbert Nägele mit Blick auf das kürzlich im SÜDKURIER erschienene Interview mit Winfried Kretschmann.

Stephan Marder, links, und Herbert Nägele an einem der neuen Schilder an der gesperrten Albtalstraße.

Auf einem anderen Schild steht geschrieben: „Sieben Jahre Straße zu, sieben Jahre leere Versprechungen, Öko-öko-Hinhaltetaktik. Es reicht.“ Und erneut: „Lasst endlich Taten folgen.“ Schließlich wird an die Ende 2016 Verkehrsminister Winfried Hermann überreichten 11.000 Unterschriften für die Wiederöffnung der Albtalstraße erinnert. „Was sind 11.000 Unterschriften und Forderungen von Abgeordneten wert, wenn nicht gewählte Bürokraten entscheiden?“, steht auf einem neuen Schild zu lesen.

Bild: Peter Schütz
Beitrag von Peter Schütz für den Südkurier am 18. Mai 2022

Albtalstraße: 
Sanierung und Wiedereröffnung rückt in weite Ferne

Albtalstraße: Sogenannte Salpeterer kritisieren Darstellung der Verkehrsexperten

In der Sache Wiedereröffnung der Albtalstraße dürfe der Landkreis nicht locker lassen. So lautet die zentrale Forderung der sogenannten Salpetererbewegung Pro Albtalstraße. Diese kritisiert vor allem den vom Land vorgestellten Zeitplan und die erwartete Kostenentwicklung.

Die Initianten der Salpetererbewegung Pro Albtalstraße Roland Lauber, Stephan Marder, Herbert Nägele und Ulrich Winkler, 
von links, überreichten Landrat Martin Kistler (Mitte) einen Forderungskatalog. | Bild: Privat/Salpeterer

Landrat Martin Kistler soll sich bei den zuständigen Stellen im Land weiterhin für die baldige Wiedereröffnung der Albtalstraße stark machen und die dazu notwendigen Verfahren in bisheriger Form vorantreiben. Das ist die zentrale Forderung der sogenannten Salpetererbewegung Pro Albtalstraße, die deren Vertreter bei einem Termin im Landratsamt dem Chef der Kreisverwaltung mit auf den Weg gaben.

Hintergrund sind die Ergebnisse eines runden Tisches des Verkehrsministeriums vergangene Woche und der daraus resultierenden Ankündigung, dass eine Wiedereröffnung der seit 2015 gesperrten Straße frühestens in acht Jahren zu erwarten und mit immensen Kosten verbunden sei. Das wollen die Vertreter der Salpetererbewegung Roland Lauber, Herbert Nägele, Stephan Marder und Ulrich Winkler so nicht akzeptieren. Sie nutzten einen Termin im Landratsamt zur Überreichung eines ganzen Forderungskatalogs.

Salpetererbewegung: „Totalverbauung ist völlig überrissen“


Darin kritisieren sie die geplanten Sanierungsmaßnahmen für die Albtalstraße als „baulich überzogen“. Und: „Eine solche Totalverbauung, wie sie hier gefordert wird, ist nach Meinung der Bevölkerung total überrissen und zieht eine Kostenexplosion nach sich“, heißt es in einer Mitteilung, die dem SÜDKURIER vorliegt.

Nach Darstellung der Wortführer werde dies auch „von externen Fachleuten so gesehen“. Die vorgelegte Kostenexplosion der baulichen sowie auch der naturschutzrechtlichen Maßnahmen würden von der Salpetererbewegung „als Vorwand zur schleichenden Schließung der Straße gewertet“.

Sie fordern daher zügig Alternativen, die wesentlich geringere Kosten und geringere Eingriffe in die Natur verursachen, und abgesehen davon eine schnellstmögliche Wiedereröffnung der Strecke gewährleisteten.

Vorgehen bei Albtalstraße könnte „Pilotcharakter“ haben

„Die von der Bevölkerung geforderten Maßnahmen könnten einen Pilotcharakter darstellen, um in Zukunft auch weitere Täler in unserer Region kosten- und naturschutzrechtlich positiv zu begleiten“, zeigen sich die sogenannten Salpeterer überzeugt. Abschließend drückten die Salpeterer ihr Unverständnis darüber aus, dass sie nicht wie ursprünglich vorgesehen zu diesem runden Tisch vom Verkehrsministerium eingeladen wurden.

Bei dem runden Tisch am Montag letzte Woche war das Verkehrsministerium, Regierungspräsidium, Landratsamt, die Abgeordneten unseres Landkreises und die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden anwesend. Danach berichtete die Pressestelle des Landesverkehrsministeriums, dass die Sanierung der seit 2015 zwischen Tiefenstein (Gemeinde Görwihl) und Hohenfels (Albbruck) gesperrten Albtalstraße mindestens 20 Millionen Euro kosten wird – wegen „umfangreicher Böschungs- und Hangsicherungs- sowie Kompensationsmaßnahmen“.

Edgar Neumann, Leiter der Pressestelle des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg, erklärte auf Anfrage dieser Zeitung: „Bezüglich einer möglichen Öffnung der gesperrten Straße wurden keine Festlegungen getroffen.“

Bild: Peter Schütz
Beitrag von Peter Schütz für den Südkurier am 14. Februar 2022

Landesschau Baden-Württemberg:
6 Jahre Straßensperre im Albtal

Wie es früher einmal war: 
Alte Postkarte enthüllt einen idyllischen Blick auf die Albtalstraße

Eine alte, kolorierte Postkarte, die etwa aus dem Jahr 1910 stammt, zeigt die „guten alten Zeiten“ im Albtal – als nämlich noch Fahrzeuge, und wenn es nur eine Kutsche war, über die Straße fuhren konnten. Denn mittlerweile jährt sich die Sperrung der Straße schon zum sechsten Mal.

An Pfingsten jährt sich die Sperrung der Albtalstraße zwischen Tiefenstein und Hohenfels zum sechsten Mal. Ab Mai 2015 war Schluss mit lustig im Albtal, nachdem ein Stück Fels auf die Straße gerutscht war. Seither hat sich viel getan, auch wenn – mit Ausnahme der imposanten Absperrungen – nichts davon zu sehen ist.

Obwohl: Am 27. November 2020 fiel der Startschuss für die neue Online-Plattform zur Sanierung der Albtalstraße. Dort erfährt die geneigte Leserschaft, dass „mit dem Abschluss der umfangreichen Kartierungen und der Vorlage sämtlicher hierauf beruhender Berichte und Gutachten“ im Frühjahr 2021 gerechnet wird.

Das wäre eigentlich jetzt. Und so soll es weitergehen: Start des Planfeststellungsverfahrens, Bauvorbereitung, Bauausführung. Letztere ist für 2023/24 geplant.

Aber Obacht: Die zeitliche Dauer wird von verschiedenen Faktoren wie Witterung, Belange des Naturschutzes sowie Kapazität der Fachfirmen beeinflusst. Noch ist also nichts in trockenen Tüchern, sind Geduld und Zuversicht nötig.

Für alle, die sich darüber grämen, gibt es hier eine handliche Aufheiterung. Sie entstammt der Sammlung von Egon Gerteis aus Laufenburg. Als er 2013 seine Postkarten im Heimatmuseum Görwihl zeigte, stach ein Motiv besonders hervor: eine von vier Pferden gezogene Kutsche mit drei Personen vor dem zweiten Straßentunnel im Albtal.

Bild: Bild: Peter Schütz
Beitrag von Peter Schütz für den Südkurier am 17. April 2021

BRIEF AN HERRN KRETSCHMANN

Folgende Worte wurden am 03. Mai 2020 an Herrn Kretschmann gerichtet:

"Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmann, 

obwohl Sie im Moment sicher andere Sorgen haben, möchten wir uns trotzdem in einem Anliegen, 
das uns schon seit mehreren Jahren beschäftigt, direkt an Sie wenden. 

Im Mai 2015 wurde die Albtalstraße im Kreis Waldshut zwischen Albbruck und Tiefenstein gesperrt, weil ein Fels aus ca. 4 m Höhe an einem Schräghang abgerutscht und am Rande der Straße im Straßengraben hängengeblieben ist. Man hätte diesen Stein mit einer Bake markieren und leicht umfahren bzw. schnell entfernen können, denn er ragte nur wenige Zentimeter in die Fahrbahn hinein. Stattdessen sperrte man die Straße und ordnete umfangreiche geologische und umweltverträgliche Untersuchungen (Natura 2000-Gebiet, wobei die Straße selbst nicht dazugehört) an, die sich nun seit 5 Jahren!! hinziehen, 
 immer mit dem Hinweis, man müsse eine vollständige Jahresvegetationsperiode untersuchen: dies hätte man jetzt schon 5 Jahre lang machen können. 

Beim Scoping-Termin am 25. Juli 2019 im Kreistag Waldshut, an dem alle Zuhörer darauf warteten, wann die Straße endlich geöffnet würde, wurde von einem Mitarbeiter des Landratsamts noch darauf hingewiesen, daß man die „Spanische Fahne“, ein Schmetterling, noch nicht untersucht habe. Verstehen Sie, daß einem hierbei fast der sprichwörtliche „Kragen platzt“? Diese Straße führt mit 5 Tunnels durch das wildromantische Albtal und weist als Verbindungsstraße vom Hochrhein in den Hotzenwald nur eine geringe Steigung auf, was besonders im Winter wegen oft querstehender LKW `s auf den anderen Straßen von Vorteil ist. Außerdem stellt sie, auch für Schweizer, eine Touristenattraktion erster Güte dar.

Nach wiederholten Protestaktionen der Bevölkerung der Gemeinden Albbruck, Görwihl, Dachsberg und St. Blasien samt Bürgermeistern, haben Bundestagsabgeordnete (Felix Schreiner CDU, Rita Schwarzelühr- Suter SPD, sowie Landrat Dr. Kistler (Waldshut) und schließlich Regierungspräsidentin 
Bärbel Schäfer zugesagt, daß sie sich für die Wiedereröffnung der Straße einsetzen wollen. 

Im Jahre 2017 wurde von den Bürgermeistern von Görwihl und Albbruck in Stuttgart beim Verkehrsministerium eine Liste mit fast 11.000 Unterschriften überreicht. Bei einer Vor-Ort- Begehung von Verkehrsminister Hermann und Ministerialdirektor Lahl wurde zugesagt, daß man die Straße wiedereröffnen wolle und daß die Mittel für eine Sicherung der Straße vom Land zur Verfügung gestellt würden. 

Nachdem nun 5 Jahre vergangen sind, und man ein Gutachten nach dem anderen durchführt (was ja alles Geld kostet) und wir auf weitere Jahre vertröstet werden, ist der Unmut in der Bevölkerung immer mehr angewachsen , zumal jetzt bei der Sanierung einer Brücke über die Eisenbahn in Albbruck auch noch die bisherige Umgehungsstraße gesperrt werden soll! Nun will man die Albtalstraße von Albbruck bis zum gesperrten Abschnitt benutzen und ab dort eine Umleitung mitten durch die kleine Gemeinde Buch, vorbei an Kindergarten und Schule, einrichten. Gegen diese Umleitung haben die Bewohner von Buch bereits protestiert, da sie eine erhebliche Gefährdung der Kinder darstellt. Wie einfach wäre es , wenn man, wie seit bereits 160 Jahren schon immer, zunächst eine „Felsputzete“ durchführen, mit den die nötigsten Sicherungsmaßnahmen nach und nach beginnen und die Straße endlich freigeben würde? 

Warum hat man in Todtnau-Geschwend (ebenfalls FFH – Gebiet) einen Felsabgang in kürzester Zeit entfernt? Im Albtal fielen innerhalb dieser 5 Jahre nur kleinere, schotterartige Steine auf die Straße, während die viel gefährlicheren Felsabgänge im Wehra-, Steina – und Schlüchttal immer recht schnell beseitigt wurden. Gibt es dort keine Flora und Fauna? Inzwischen haben frustrierte unbekannte Bürger den Fels beseitigt. Wir fühlen uns den Behörden gegenüber ohnmächtig, weil die Verantwortung immer auf weitere Gutachter verschoben wird. Die Albtalstraße wurde in ihrer Gesamtlänge von 30 km, einschließlich Sprengung der Tunnel mittels Schwarzpulver! (Dynamit gab es noch nicht) von St. Blasien bis nach Albbruck in 4 Jahren gebaut (1855-1869) Gutachten 
bisher 5 Jahre! (2015- ???) 

Bei Ihrem Amtsantritt haben Sie eine „Politik des Gehörtwerdens“ versprochen; wir würden uns freuen, wenn unser Anliegen ernst genommen würde, die Straße bald eröffnet und so die Umleitung über Buch vermieden würde. Eine Wiedereröffnung brächte für Hilfsorganisationen wie Feuerwehr, DRK , THW und Bergwacht eine deutliche Verkürzung der Rettungswege mit sich. Für eine kurze Rückmeldung wären wir Ihnen dankbar. 

Wir wünschen Ihnen gesundheitlich alles Gute und hoffen auf Ihre Unterstützung. 

Mit freundlichen Grüßen Dr. Roland Lauber, Herbert Nägele (Görwihl) Stephan Marder, Ulrich Winkler (Albbruck) 
Marktplatz 1, 79733 Görwihl