Aktuelles / News

Weitere Infos zur Sanierung der Albtalstrasse

www.landkreis-waldshut.de/aktuelles/sanierung-der-albtalstrasse-l-154

Die Salpetererbewegung Pro Albtalstraße spricht bei der Verzögerung der Sanierung von einer Katastrophe

Politiker und Salpetererbewegung Pro Albtalstraße sind enttäuscht über die erneute Verzögerung bei der Sanierung und Öffnung der Albtalstraße. Beteiligte aus Görwihl und Albbruck machen Vorschläge und kämpfen weiter.

Der Schock sitzt tief: Nachdem in der Kreistagssitzung am Mittwoch bekannt wurde, dass sich die Sanierung der Albtalstraße um weitere zwei Jahre verzögert, gab es bei einem Treffen von Politikern und Vertretern der Salpetererbewegung Pro Albtalstraße tags darauf eine klare Ansage: „Wir fordern ein, was uns versprochen wurde“, brachte es Görwihls Bürgermeister Carsten Quednow auf den Punkt.

Quednow bezog sich auf die Aussage von Landesverkehrsminister Winfried Hermann im August 2017, als er sich vor Ort ein Bild verschaffte. „Mein Ziel ist, dass wir die Albtalstraße wieder aufmachen können“, sagte Hermann vor rund 300 Personen. Und: „Um das zu können, müssen wir die Straße sicher machen.“ Jetzt steht fest: Die Albtalstraße wird frühestens 2028 wieder befahrbar sein.

„Ich bin maßlos enttäuscht, dass sich die Sache nochmals um zwei weitere Jahre verzögert“, sagte Albbrucks Bürgermeister Stefan Kaiser. Man müsse in der Gesetzgebung etwas tun, damit solche Verfahren einfacher werden, forderte er und weiter: „Wir dürfen nicht kapitulieren.“ Sein Appell an die Politik: Die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen, die es Verwaltungen ermöglichen, flexibler zu agieren. Seine Bitte an die Salpetererbewegung: „Nicht nachlassen.“ Bundestagsabgeordneter Felix Schreiner (CDU) sagte: „Das ist völlig aus dem Ruder geraten. Man hat bei dieser Straße jedes Maß verloren.“ Und: „Wir müssen das Wort des Verkehrsministers als Region einfordern.“ Ähnlich Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller (CDU): „Die ganze Region leidet zwei Jahre weiter und die Kosten steigen ins Unermessliche.“

Die Vertreter der Salpetererbewegung stimmten zu. „Das ist eine Katastrophe und nicht zu entschuldigen“, sagte Stephan Marder. Herbert Nägele: „Die Dimensionen sind bewusst so angelegt, dass die Straße nicht mehr aufgeht.“ Er schlug einen runden Tisch vor. Zweiter Vorschlag: Nur nötige Maßnahmen in einem Stufenplan umsetzen.

Bild: Peter Schütz
Beitrag von Peter Schütz für den Südkurier am 24. Juli 2021

Landesschau Baden-Württemberg:
6 Jahre Straßensperre im Albtal

Wie es früher einmal war: 
Alte Postkarte enthüllt einen idyllischen Blick auf die Albtalstraße

Eine alte, kolorierte Postkarte, die etwa aus dem Jahr 1910 stammt, zeigt die „guten alten Zeiten“ im Albtal – als nämlich noch Fahrzeuge, und wenn es nur eine Kutsche war, über die Straße fuhren konnten. Denn mittlerweile jährt sich die Sperrung der Straße schon zum sechsten Mal.

An Pfingsten jährt sich die Sperrung der Albtalstraße zwischen Tiefenstein und Hohenfels zum sechsten Mal. Ab Mai 2015 war Schluss mit lustig im Albtal, nachdem ein Stück Fels auf die Straße gerutscht war. Seither hat sich viel getan, auch wenn – mit Ausnahme der imposanten Absperrungen – nichts davon zu sehen ist.

Obwohl: Am 27. November 2020 fiel der Startschuss für die neue Online-Plattform zur Sanierung der Albtalstraße. Dort erfährt die geneigte Leserschaft, dass „mit dem Abschluss der umfangreichen Kartierungen und der Vorlage sämtlicher hierauf beruhender Berichte und Gutachten“ im Frühjahr 2021 gerechnet wird.

Das wäre eigentlich jetzt. Und so soll es weitergehen: Start des Planfeststellungsverfahrens, Bauvorbereitung, Bauausführung. Letztere ist für 2023/24 geplant.

Aber Obacht: Die zeitliche Dauer wird von verschiedenen Faktoren wie Witterung, Belange des Naturschutzes sowie Kapazität der Fachfirmen beeinflusst. Noch ist also nichts in trockenen Tüchern, sind Geduld und Zuversicht nötig.

Für alle, die sich darüber grämen, gibt es hier eine handliche Aufheiterung. Sie entstammt der Sammlung von Egon Gerteis aus Laufenburg. Als er 2013 seine Postkarten im Heimatmuseum Görwihl zeigte, stach ein Motiv besonders hervor: eine von vier Pferden gezogene Kutsche mit drei Personen vor dem zweiten Straßentunnel im Albtal.

Bild: Bild: Peter Schütz
Beitrag von Peter Schütz für den Südkurier am 17. April 2021

BRIEF AN HERRN KRETSCHMANN

Folgende Worte wurden am 03. Mai 2020 an Herrn Kretschmann gerichtet:

"Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmann, 

obwohl Sie im Moment sicher andere Sorgen haben, möchten wir uns trotzdem in einem Anliegen, 
das uns schon seit mehreren Jahren beschäftigt, direkt an Sie wenden. 

Im Mai 2015 wurde die Albtalstraße im Kreis Waldshut zwischen Albbruck und Tiefenstein gesperrt, weil ein Fels aus ca. 4 m Höhe an einem Schräghang abgerutscht und am Rande der Straße im Straßengraben hängengeblieben ist. Man hätte diesen Stein mit einer Bake markieren und leicht umfahren bzw. schnell entfernen können, denn er ragte nur wenige Zentimeter in die Fahrbahn hinein. Stattdessen sperrte man die Straße und ordnete umfangreiche geologische und umweltverträgliche Untersuchungen (Natura 2000-Gebiet, wobei die Straße selbst nicht dazugehört) an, die sich nun seit 5 Jahren!! hinziehen, 
 immer mit dem Hinweis, man müsse eine vollständige Jahresvegetationsperiode untersuchen: dies hätte man jetzt schon 5 Jahre lang machen können. 

Beim Scoping-Termin am 25. Juli 2019 im Kreistag Waldshut, an dem alle Zuhörer darauf warteten, wann die Straße endlich geöffnet würde, wurde von einem Mitarbeiter des Landratsamts noch darauf hingewiesen, daß man die „Spanische Fahne“, ein Schmetterling, noch nicht untersucht habe. Verstehen Sie, daß einem hierbei fast der sprichwörtliche „Kragen platzt“? Diese Straße führt mit 5 Tunnels durch das wildromantische Albtal und weist als Verbindungsstraße vom Hochrhein in den Hotzenwald nur eine geringe Steigung auf, was besonders im Winter wegen oft querstehender LKW `s auf den anderen Straßen von Vorteil ist. Außerdem stellt sie, auch für Schweizer, eine Touristenattraktion erster Güte dar.

Nach wiederholten Protestaktionen der Bevölkerung der Gemeinden Albbruck, Görwihl, Dachsberg und St. Blasien samt Bürgermeistern, haben Bundestagsabgeordnete (Felix Schreiner CDU, Rita Schwarzelühr- Suter SPD, sowie Landrat Dr. Kistler (Waldshut) und schließlich Regierungspräsidentin 
Bärbel Schäfer zugesagt, daß sie sich für die Wiedereröffnung der Straße einsetzen wollen. 

Im Jahre 2017 wurde von den Bürgermeistern von Görwihl und Albbruck in Stuttgart beim Verkehrsministerium eine Liste mit fast 11.000 Unterschriften überreicht. Bei einer Vor-Ort- Begehung von Verkehrsminister Hermann und Ministerialdirektor Lahl wurde zugesagt, daß man die Straße wiedereröffnen wolle und daß die Mittel für eine Sicherung der Straße vom Land zur Verfügung gestellt würden. 

Nachdem nun 5 Jahre vergangen sind, und man ein Gutachten nach dem anderen durchführt (was ja alles Geld kostet) und wir auf weitere Jahre vertröstet werden, ist der Unmut in der Bevölkerung immer mehr angewachsen , zumal jetzt bei der Sanierung einer Brücke über die Eisenbahn in Albbruck auch noch die bisherige Umgehungsstraße gesperrt werden soll! Nun will man die Albtalstraße von Albbruck bis zum gesperrten Abschnitt benutzen und ab dort eine Umleitung mitten durch die kleine Gemeinde Buch, vorbei an Kindergarten und Schule, einrichten. Gegen diese Umleitung haben die Bewohner von Buch bereits protestiert, da sie eine erhebliche Gefährdung der Kinder darstellt. Wie einfach wäre es , wenn man, wie seit bereits 160 Jahren schon immer, zunächst eine „Felsputzete“ durchführen, mit den die nötigsten Sicherungsmaßnahmen nach und nach beginnen und die Straße endlich freigeben würde? 

Warum hat man in Todtnau-Geschwend (ebenfalls FFH – Gebiet) einen Felsabgang in kürzester Zeit entfernt? Im Albtal fielen innerhalb dieser 5 Jahre nur kleinere, schotterartige Steine auf die Straße, während die viel gefährlicheren Felsabgänge im Wehra-, Steina – und Schlüchttal immer recht schnell beseitigt wurden. Gibt es dort keine Flora und Fauna? Inzwischen haben frustrierte unbekannte Bürger den Fels beseitigt. Wir fühlen uns den Behörden gegenüber ohnmächtig, weil die Verantwortung immer auf weitere Gutachter verschoben wird. Die Albtalstraße wurde in ihrer Gesamtlänge von 30 km, einschließlich Sprengung der Tunnel mittels Schwarzpulver! (Dynamit gab es noch nicht) von St. Blasien bis nach Albbruck in 4 Jahren gebaut (1855-1869) Gutachten 
bisher 5 Jahre! (2015- ???) 

Bei Ihrem Amtsantritt haben Sie eine „Politik des Gehörtwerdens“ versprochen; wir würden uns freuen, wenn unser Anliegen ernst genommen würde, die Straße bald eröffnet und so die Umleitung über Buch vermieden würde. Eine Wiedereröffnung brächte für Hilfsorganisationen wie Feuerwehr, DRK , THW und Bergwacht eine deutliche Verkürzung der Rettungswege mit sich. Für eine kurze Rückmeldung wären wir Ihnen dankbar. 

Wir wünschen Ihnen gesundheitlich alles Gute und hoffen auf Ihre Unterstützung. 

Mit freundlichen Grüßen Dr. Roland Lauber, Herbert Nägele (Görwihl) Stephan Marder, Ulrich Winkler (Albbruck) 
Marktplatz 1, 79733 Görwihl